Firmenkurzportrait: Arbeitsmarkt Integration Gresch

Barbara Gresch kümmert sich um die Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Problemen in den Arbeitsprozess. Burnout gehört dabei zu den häufigsten Diagnosen.

Seit 20 Jahren arbeitet Barbara Gresch mit Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung. Sie war Sachbearbeiterin bei der IV-Stelle Luzern, arbeitete in der psychiatrischen Tagesklinik Sarnen und der psychiatrischen Klinik Luzern. Sie absolvierte eine Handelsmittelschule, die Schule für Ergotherapie, machte eine Zusatzausbildung zur dipl. Soziotherapeutin und schloss an der HSLU ein CAS in Supported Employment ab. «Mitte Jahr fasste ich den Entschluss, selbständig zu werden. Denn so wie ich Menschen gerne unterstütze und betreue, ist das nur als Selbständige möglich.» Daher gründete sie das Unternehmen AIG – Arbeitsmarkt Integration Gresch. Sie unterstützt in erster Linie Menschen, die trotz einer psychischen Beeinträchtigung arbeiten möchten. Dazu gehören die gezielte Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg, bei Schwierigkeiten, die am Arbeitsplatz aufgrund der Erkrankung auftreten, oder bei der Stellensuche.

Als Ergänzung zum Supported Employment bietet Barbara Gresch ergotherapeutische Massnahmen an. Ihre Behandlung richtet sie ganz auf die individuellen Ziele und Anforderungen des Alltags der Patienten und Patientinnen aus: «Ich möchte Betroffene befähigen, an den Aktivitäten des täglichen Lebens und an der Gesellschaft wieder teilzuhaben. Konkret helfe ich zum Beispiel Personen, ihren Alltag oder Haushalt selbständig führen zu können, mit anderen suche und finde ich sinngebende Tätigkeiten.»

Burnout-Fälle nehmen zu

Barbara Gresch stellt fest, dass es Wellen von diagnostizierten psychischen Krankheiten gibt. «Vor 15 Jahren wurde Borderline sehr häufig diagnostiziert, das ist heute seltener. Stattdessen gibt es aktuell viele Burnout-Fälle.» Betroffen davon seien vor allem fleissige und sehr genau arbeitende Personen: «Es sind Menschen, die sich über ihre Leistung definieren, sehr streng gegenüber sich selber sind.» Dazu gesellen sich laut Barbara Gresch sehr oft Alkoholprobleme. Ihre Aufträge erhält sie von IV-Stellen, Sozialämtern oder der Arbeitslosenversicherung. «Ich werde dann angefragt, wenn eine flexible individuelle Unterstützung nötig ist. Es gibt auf den öffentlichen Ämtern zwar zuständige Stellen, aus Zeitgründen werden aber aufwändige Fälle oft ausgelagert.» Ihr vorrangiges Ziel ist es, zu verhindern, dass ihre Klientinnen und Klienten als IV-Bezüger enden. Um Burnout-Patienten wieder in den Arbeitsmarkt integrieren zu können, müssen sie ihre Arbeitsweise und -haltung überdenken und einen neuen Umgang damit lernen. «Ich leite diese Personen Schritt für Schritt an, wie sie ihre Handlungen wieder zielgerichtet abschliessen können.» So nehme sich der Burnout-Patient zwar sehr viel vor, schaffe es aber nicht, alles seinen Ansprüchen entsprechend zu erledigen. Zu Greschs Unterstützung gehört auch Coaching in der Praxis und gegebenenfalls am Arbeitsplatz.

http://www.aig-luzern.ch/

 

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