Selbstbezahler auf dem Vormarsch

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Coop und Migros investieren in Selbstbezahllösungen. Die Zentralschweizer Konsumentinnen und Konsumenten freut’s. Bis zu 50 Prozent des Umsatzes werden zu Stosszeiten über «Subito» oder «Passabene» abgewickelt.

«Subito» bei der Migros, «Passabene» bei Coop; so heissen die Self-Scanning- und Self-Check-out-Lösungen bei den beiden Grossverteilern. «Ihre Beliebtheit wächst», freut sich Rahel Kissel, Leiterin Unternehmenskommunikation der Genossenschaft Migros Luzern. «15 bis 30 Prozent der Kunden benutzen heute ‹Subito› – Tendenz steigend. Unsere Kunden schätzen die damit zusammenhängenden Vorteile: schneller einkaufen, keine Wartezeit an der Kasse und weniger Artikelhandling». Aktuell werden bei der Migros Genossenschaft Luzern 25 bis 40 Prozent des Umsatzes über das «Subito»-System generiert – während Stosszeiten bis zu 50 Prozent. Bei «Passabene» von Coop liegen die Werte für die Region Nordwestschweiz/Zentralschweiz/Zürich bei rund 45 Prozent. «Üblicherweise wird Self-Scanning von Kunden mit grossen Einkäufen, Self-Check-out von Kunden mit kleinen Einkäufen verwendet», erklärt Ramon Gander, Mediensprecher von Coop.

Vertrauen dank intuitiver Systeme

Den heutigen Systemen ging eine umfangreiche Pilot- und Testphase voraus. Coop startete einen Pilotversuch für Self-Scanning im Herbst 2005, die ersten Self-Check-out-Automaten wurden Anfang 2013 in Betrieb genommen. Bei der MIGROS begannen die Pilotversuche 2011 in den Filialen MM Schönbühl, MM Metalli und MMM Surseepark. «Dass sich das Vertrauen in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, liegt vor allem im einfachen und intuitiven System», ist Rahel Kissel überzeugt. Die steigenden Nutzungszahlen sind aber auch auf den raschen Aufbau des Systems zurückzuführen: «Subito» kommt bereits bei 18 von 49 Supermarkt-Filialen der MIGROS zum Einsatz. Bis Ende 2016 wird auch der MM Dorfmärt Wolhusen das System einführen. Coop plant derzeit einen massvollen Ausbau in Verkaufsstellen, die sich aufgrund der Lage (z.B. Bahnhofnähe) oder Grösse eignen.

Alte wie Junge nutzen das System

Wer denkt, dass die neuen Bezahllösungen vor allem Junge ansprechen, irrt. «Unsere Beobachtungen besagen, dass sich die Nutzung nicht nach Alter eingrenzen lässt», so Rahel Kissel. Sie gibt allerdings zu bedenken, dass eine statistische Datenerhebung schwierig sei. So sei die Cumulus-Karte eine Familienkarte, die keine Rückschlüsse auf das Alter zulässt. Auch bei Coop liegen diesbezüglich keine gefestigten Daten vor.

Keine Zunahme von Diebstählen

Weder Coop noch Migros haben Hinweise darauf, dass mit dem vermehrten Einsatz von Selbstbezahllösungen der Missbrauch steigt. «In Sachen Inventarverluste stellen wir keine signifikanten Abweichungen gegenüber Verkaufsstellen mit herkömmlichen Kassen fest», so Ramon Gander von Coop. Basierend auf internationalen Untersuchungen und Schätzungen, welchen sich Coop anschliesst, geht das Unternehmen von 1 Prozent des Gesamtumsatzes aus, der gestohlen wird. (ph.)

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